Wie erkennen Sie Fake-Profile auf Dating-Portalen

Die große Liebe auf Online-Dating-Portalen zu suchen, ist in Zeiten des Internets längst keine Seltenheit mehr. In den letzten Jahren hat sich das Angebot der Dating-Seiten stark vergrößert. Bei Nutzung eines Dating-Portals ist aber auch Vorsicht geboten, denn schnell können Sie bei Ihrer Suche nach dem idealen Partner auf ein sogenanntes Fake-Profil stoßen.

Love Scamming

Bei einem Fake-Profil nimmt eine Person bewusst eine falsche Identität an und tritt als eine Person auf, die es in der Realität gar nicht gibt. Während Sie in dem Glauben leben, sich mit Ihrem Traumpartner zu schreiben, sitzt vor dem Bildschirm eine völlig andere Person, die keineswegs an einer ernsthaften Beziehung interessiert ist. Stattdessen möchten solche Leute nur die Partnerbörse und Ihr Gefühl der Verliebtheit ausnutzen, um sich womöglich Ihr Geld zu erschleichen, oder um Ihre persönlichen Daten auszuspionieren.

Sie sollten sich bei der Nutzung von Dating-Portalen auf jeden Fall schützen und in der Lage sein, ein Fake-Profil von einem Echten zu unterscheiden. Unprofessionelle Fake-Profile können Sie womöglich schon anhand der eingestellten Fotos erkennen, die oft sehr professionell wirken. Nicht selten stecken hinter solchen Profilen gar organisierte Banden im Ausland, die sich als erfolgreiche Männer oder Frauen ausgeben, und lediglich mit einem schlechten deutschen oder englischen Schreibstil auffallen. Zunächst wird geflirtet und der vermeintliche Traumpartner gesteht Ihnen, er hätte sich in Sie verliebt. Vielleicht verabredet er sich sogar mit Ihnen und möchte Sie besuchen kommen. Bald darauf werden Sie eine Nachricht erhalten, in der Ihr Gegenüber Ihnen von einem Unfall, einer Krankheit, gar von einer Entführung oder aber Visa-Problemen berichtet und in der er Sie bittet, ihm finanziell zu helfen – nur um nach dem Geldtransfer aus Ihrem Leben zu verschwinden. Die Betrüger arbeiten mittlerweile auch mit deutschen Handynummern und IP-Adressen. Zum Teil setzen sie gar professionelle Übersetzer ein und nutzen für den Geldtransfer PayPal oder WesternUnion.

Oft hilft schon die Google-Suche, denniStock_000014584417Small meistens tauchen die von ihnen verwendeten Bilder noch auf ganz anderen Seiten auf. Werden Sie gebeten, eine 0180er oder 0190er Telefonnummer anzurufen oder sich auf irgend einer anderen Seite anzumelden, um dort weiter Kontakt mit dem Traumpartner zu haben, können Sie sich sicher sein, dass es sich hierbei um einen Betrug handelt. Zudem verstricken sich solche Chat-Partner auch in Widersprüche, was Sie stutzig machen sollte. Sie haben auch die Möglichkeit, Profile, die Ihnen verdächtig vorkommen, bei dem Dating-Portal zu melden oder das Profilbild an den Support zu schicken um es überprüfen zu lassen.

Seien Sie nicht zu vertrauensselig, wenn es um sensible Informationen zu Ihrer finanziellen oder beruflichen Situation geht. Gemeinsame Interessen, Sympathie und Eigenschaften sollten beim Kennenlernen im Vordergrund stehen. Gehen Sie sorgfältig mit Ihren persönlichen Daten um und überweisen Sie kein Geld an unbekannte Personen, die Sie im Internet kennengelernt haben.

Einsatz von Animateuren

Leider sind aber längst nicht alle Fake-Profile leicht zu erkennen. Manche Anbieter beauftragen gar Animateure, die fleißig mit Ihnen chatten oder SMS über teure Dienste mit Ihnen austauschen. Daher kann es durchaus sein, dass Sie SMS nicht mit einer jungen gutaussehenden Geschäftsfrau austauschen, sondern vielleicht eher mit einem Studenten, der sich so sein Studium finanziert. Besondere Vorsicht sollten Sie hier bei Singlebörsen walten lassen, in denen die wenigsten Funktionen tatsächlich kostenfrei nutzbar sind. Hier werden oft Animateure eingesetzt, um besonders die Männer zu einer kostspieligen Premium-Mitgliedschaft zu bewegen, oder aber um Ihnen möglichst viel Geld durch Nutzung kostenpflichtiger Premium-Funktionen abzuzwacken.

Erpressung nach Video-Chat

Eine recht neue Masche ist es, dass auf Dating-Portalen, die einen Live-Webcam-Chat anbieten, junge Männer in eine Video-Erpressungs-Falle geraten. Die Übeltäter geben sich als junge attraktive Frau aus. Oft werden sie von jungen Männern angeflirtet und gehen dann zum Schein auf die Kontaktaufnahme ein. Der scheinbar harmlose Flirt entwickelt sich dann schnell zu einem knisternden erotischen Chat, während dem die Männer dazu angeregt werden sich auszuziehen und sich anzufassen. Oft gehen die Opfer darauf ein und wissen nicht, dass ihr Chatpartner die Sex-Videos oder Fotos speichert. Als nächstes schlagen die Betrüger den Männern vor, weitere Gespräche auf Facebook zu verlagern. Dort wird den Männern dann das mitgeschnittene Video gezeigt und sie werden vor die Wahlgestellt, entweder eine bestimmte Geldsumme via WesternUnion auf ein Konto im Ausland zu überweisen, oder aber das Video wird bei YouTube hochgeladen. Aus Scham und Angst überweisen die Opfer oft den geforderten Betrag.

Es wird ausdrücklich davon abgeraten, das eingeforderte Geld zu überweisen. Sie sollten sich lieber an die Polizei wenden und Anzeige erstatten. Falls die Erpresser das Video dann wirklich bei YouTube einstellen sollten, kann der Betreiber das Video auf Geheiß unverzüglich löschen.

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